Suffizientes Bauen – was ist das?

Suffizientes Bauen – was ist das?

Ich beschäftige mich seit längerem mit dem Thema Nachhaltiges Planen und Bauen im Zusammenhang mit Bauen im Bestand. Bei meiner Recherche stieß ich ab und zu auf den Begriff Suffizienz, der, meiner Meinung nach, ein wesentliches Element der Nachhaltigkeit ist. Leider ist Suffizienz nicht sehr populär, denn das bedeutet Nachdenken und das ist anstrengend. Nachdenken über sein Leben, über seine Gewohnheiten, die eigene Bequemlichkeit und die Sorglosigkeit im Umgang mit unseren Ressourcen. Im weiteren Text habe ich zusammengefasst, was zum Thema Suffizienz gerade publiziert wird.

Viel Spaß beim Nachdenken! weiterlesen

Ideenwettbewerb WOHNRAUM FÜR ALLE

Ideenwettbewerb  WOHNRAUM FÜR ALLE

Mit dieser Nachricht möchte ich die Initiative WOHNRAUM FÜR ALLE unterstützen.

Rund 1,1 Millionen Flüchtlinge haben 2015 in Deutschland Zuflucht gesucht. Wie gut ihre Integration gelingen wird, entscheidet sich maßgeblich auch an der Qualität der Unterbringung. Angemessener Wohnraum legt den Grundstein für ein zukünftiges Zusammenleben. weiterlesen

Almstadtstraße 10 – Umbau und Modernisierung einer Dachgeschoss-Maisonettewohnung in Berlin-Mitte

Almstadtstraße 10 – Umbau und Modernisierung einer Dachgeschoss-Maisonettewohnung in Berlin-Mitte

Mitte letzten Jahres bat mich Christiane, eine befreundete Nachbarin, für sie eine Wohnung in Mitte umzuplanen. Die Wohnung nimmt das 3. Obergeschoss und das Dachgeschoss eines denkmalgeschützten Mehrfamilienhaus von 1841 ein, das Teil des Denkmalensembles Spandauer Vorstadt ist. Eine der attraktivsten Lagen in Mitte, ruhige Seitenstraße mit Blick auf den Fernsehturm.

Zuerst sollten nur Bad und WC umgebaut werden. Nach und nach kamen dann immer neue Ideen hinzu und letztendlich entschloss Christiane sich, die Wohnung grundsätzlich zu modernisieren. Das war unsere Ausgangslage:

Die Maßnahme, die den Charakter und die Nutzbarkeit der Wohnung maßgeblich verbesserte war, Küche und Wohnen zu tauschen. So entstand im offenen Bereich an der Terrasse eine großzügige Wohnküche wohin gegen der Wohnbereich in den hinteren Teil der oberen Etage zog, in dem man geborgen und doch hell sitzen kann. Um die Küche optimal nutzen zu können, wurde ein neuer Kühlschrank in die Wand zum WC integriert und auf der Gegenseite entstand im WC eine Nische für Waschmaschine und Trockner. Der Laminat-Fußboden in der oberen Etage wurde durch einen hellen Dielenboden aus heimischer, märkischer Kiefer ersetzt, der bereits als Bestand  in der unteren Etage vorhanden war.

 

Wenn möglich, versuche ich mit dem zu arbeiten, was vorhanden ist. Also beschlossen wir, Teile der Küche wieder zu verwenden. Die Korpen wurden umgebaut, die Fronten neu lackiert. Als Farbe wählten wir “Farrow & Ball, Manor House Grey 265″. Dieser matte Lack verleiht der Küche einen eleganten und zeitlosen Möbelcharakter. Die Arbeitsplatte wurde mit schwarz pigmentiertem Öl behandelt, so dass die Struktur des Holzes noch deutlich spürbar ist. Die Geräte wurden (bis auf den Kühlschrank) wieder verwendet.

Durch die Metrofliesen an der Rückwand und die schwarzem Muschelgriffe bekam die Küche einen industriellen Touch. Vor der Terrasse wurde ein neuer niedriger Heizkörper installiert, der als durchgehende Sitzstufe verkleidet wurde. Der Kühlschrank ist hinter weißen Möbelfronten in der Seitenwand verborgen. Die vormals  geflieste Terrasse wurde neu gedeckt mit Accoya, einem mit Essig imprägnierten Holz, das extrem langlebig ist. Die Dielen wurden mit grau pigmentiertem Terrassen-Öl Nr. 19 von osmo behandelt.

WC oben und Bad unten wurden komplett umgebaut. Neue Fliesen auf Boden und Wand, neue Sanitärobjekte, Armaturen und eine neue Anordnung. Im Bestand nahm eine überdimensionierte Eckbadewanne die meiste Fläche des Bades ein. Dadurch war kein Platz mehr für eine separate Dusche. Durch die völlige Neuanordnung aller Elemente fanden Badewanne und Dusche Platz. Die Dusche ist nur durch eine Glasscheibe vom Raum getrennt, zudem ist die Duschtasse bodengleich eingebaut, was die Elemente optisch verbindet. Die Wand hinter dem Waschbecken wurde mit einem großen Spiegel verkleidet. Zwei Linestra-Leuchten sorgen für ausreichend Licht.  In die Stirnseite der Badewanne wurden Regale aus Trockenbau integriert um genügend Stellfläche und Stauraum zu bieten. In die Wand zum Flur wurde ein Oberlicht eingebaut, durch das tagsüber Licht einfällt.

Die beide Ebenen verbindende Holztreppe wurde weiß lackiert mit “Farrow & Ball, All White 2005″ Fußbodenlack, ein Experiment, das noch auf Alltagstauglichkeit geprüft werden muss, das dem schmalen Aufgang jedoch optisch extrem gut tut. Die Räume in der unteren Ebene wurden weitgehend belassen, da die Substanz gut war und lediglich überarbeitet werden musste.  Der Dielenboden wurde gereinigt und geölt, die Wände und Decken mit “Brillux verkehrsweiß RAL 9016″ gestrichen. Wir erhielten auch die bestehenden Schalter und Steckdosen, da diese im ganzen Haus verwendet wurden. Die Türbeschläge wurden ebenfalls erhalten.

Mit einer Planungs- und Bauzeit von acht Wochen wurde dieses Projekt in relativ kurzer Zeit verwirklicht. Das ist weitestgehend der guten konstruktiven und unkomplizierten Zusammenarbeit mit der Bauherrin und den Handwerkern geschuldet, bei denen ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken möchte!

Nix wie raus!

Nix wie raus!

Seit 4 Wochen bin ich dabei (mit tatkräftiger Unterstützung der Familie) unsere Terrasse und den Garten auf Vordermann zu bringen. Es ist erstaunlich, wie viel doch jedes Jahr wieder zu tun ist und die neuen Ideen wollen auch umgesetzt werden. Aber das ist ja meine Leidenschaft und ich scharre jedes Jahr Anfang April mit den Hufen. weiterlesen

Quilt Inspiration aus Alabama – Gee’s Bend

Quilt Inspiration aus Alabama – Gee’s Bend

Rein zufällig stolperte ich vor Kurzem über Gee’s Bend. Ich suchte auf Pinterest nach alten Quilts. Einige fielen mir auf, die in ihren Farbkombinationen und Mustern ganz anders waren, viel freier, intuitiver und abstrakter – auf jeden Fall sehr außergewöhnlich. Nach genauerer Recherche fand ich heraus, dass all diese Quilts aus einer Quelle kamen: Gee’s Bend.

 “The Quilts of Gee’s Bend were created by a group of women who live in the isolated African-American hamlet of Gee’s Bend, Alabama. “The compositions of these quilts contrast dramatically with the ordered regularity associated with many styles of Euro-American quiltmaking. There’s a brilliant, improvisational range of approaches to composition that is more often associated with the inventiveness and power of the leading 20th-century abstract painters than it is with textile-making,” schreibt Alvia Wardlaw (Kuratorin).

Es gibt ein paar sehr schöne Bücher über die Quilts von Gee’s Bend, die leider nur noch antiquarisch zu bekommen sind und das auch nicht gerade günstig.

Ich habe mir trotzdem das zweite in der Reihe “Unconventional & Unexpected – american quilts below the radar (1950 – 2000)” bestellt und bin extrem begeistert. Neben einer außergewöhnlichen und wunderbaren Sammlung von 150 Quilts, die detailliert beschrieben werden, wird die Entstehungsgeschichte dieser Quilts aus Alabama erzählt, was Gee’s Bend überhaupt ist und warum die Quilts bis heute so einzigartig und inzwischen nahezu unbezahlbar sind.

Das Wesentliche ist aber, dass die Frauen, die diese wunderbaren Stücke von Hand genäht haben, zusammen saßen, sich Geschichten aus der alten Heimat erzählten und dazu ihre Lieder sangen. Aus der großen Armut und Not in Sklaverei sind durch die Kraft, Verbundenheit und Kreativität dieser großartigen Frauen nicht nur notwendige Gebrauchsgegenstände sondern zeitlose Kunstwerke entstanden, die jene schlimmen Zeiten überlebt haben und uns bis heute davon erzählen.

Von diesen Vorbildern ergriffen und  inspiriert, werde ich jetzt aus alten, geliebten Kleidungsstücken von uns Vieren einen Familienquilt nähen. Ich habe schon angefangen, Hemden und Kinderkleidung herauszusuchen, die mich an bestimmte Zeiten oder Ereignisse erinnern. Die Vorstellung, dass unsere Kinder oder Enkel irgendwann diesen Quilt haben werden und die Stoffe vielleicht auf Fotos oder Videos wieder erkennen, gefällt mir.

Fortsetzung folgt…

 

 

 

Der blaue Sessel – endlich fertig!

Der blaue Sessel – endlich fertig!

Leute, er ist fertig! Ich dachte ja, ich schaff´s nicht mehr… Selten habe ich für ein Projekt so lange gebraucht. Wir haben diesen Sessel vor 11 Jahren auf dem Flohmarkt am Arkonaplatz gekauft. Damals war das Polster noch intakt und er hat sich als unglaublich bequem erwiesen. Dementsprechend wurde er von uns besessen. Irgendwann begann dann der Stoff an den Armlehnen löchrig zu werden und die Knöpfe gingen ab. weiterlesen

Wie hübscht man Möbel auf oder – Upcycling!

Wie hübscht man Möbel auf oder – Upcycling!

Es gibt immer wieder alte Möbelstücke, von denen ich mich nicht trennen kann oder die mein Herz auf dem Flohmarkt erobern. Meistens sind sie aber nicht so gut in Schuss, dass ich sie einfach so hinstellen kann.

Der erste Schritt ist eine gründliche Reinigung mit milder Seife um den oberflächlichen Staub und Schmutz abzukriegen. Dann sieht man manchmal schon bedeutend mehr Farbe. weiterlesen

Was tun mit all den Stoffresten?

Was tun mit all den Stoffresten?

Geht es euch auch so? Also ich komme an keinem Stoffladen vorbei ohne nicht mindestens einen Stoff zu kaufen. Mit der Zeit ergibt das eine ganz imposante Sammlung. So weit, so schön! Aber irgendwann, nachdem ich einen Teil der Stoffe verarbeitet habe, stellt sich die Frage: Was tun mit all den Stoffresten? weiterlesen

Topflappen – es gibt auch schöne!

Topflappen – es gibt auch schöne!

Hier noch schnell ein Schmankerl zur Nacht:

Ich verwerte die kleinsten Schnipsel meiner Lieblingsstoffe, zum Beispiel zu Topflappen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Ich probiere auf diesen kleinen Stücken oft neue Techniken, Stoffkombinationen oder Stichmuster aus. Als Rückseite verwende ich meistens ein ausrangiertes Frotteehandtuch. Solche Stücke sind übrigens tolle Geschenke!