Zickzack-Quilt #1

Als ich meinen Laden noch hatte, sammelte ich auch alte Quilts, meistens aus dem nahen und fernen Osten. Das hat mich total gepackt und ich kann mich nicht satt sehen an den schönen Mustern und Farbkombinationen. Ich denke dann immer mit großer Hochachtung und Bewunderung daran, dass diese Quilts von Frauen an langen Abenden nur aus Stoffresten und alten Decken von Hand in mühsamer Kleinarbeit genäht wurden. Glücklicherweise habe ich noch ein paar davon. Einer jedoch, den ich sehr geliebt habe, ist verkauft und genau der ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

Eine neue Decke nach diesem Vorbild zu nähen, habe ich mich lange nicht getraut, denn das Muster sieht zwar einfach aus, ist aber nicht ganz so leicht umzusetzen. Bis mir eines Tages ein Buch von Kaffe Fassett in die Hände fiel, in dem genau dieses Muster abgebildet war (interessanterweise fand er das Muster in den USA). Ich konnte anfangen.

Zuerst wollte ich neue Stoffe bestellen. Einer meiner favorisierten Onlineshops ist Volksfaden, ich könnte stundenlang stöbern in dem umfangreichen Angebot. Doch dann besann ich mich auf den Ursprung des Quiltens, nämlich alte, vorhandene Materialien zu verwenden (Recycling sozusagen),  und suchte alle meine Stoffe zusammen, die ich über die Jahre gehortet hatte. Und siehe da, es klappte!

Zuerst kommt die Auswahl der Stoffe, dann die Festlegung der Farbfolge. Dieser erste Schritt ist extrem wichtig, denn er bestimmt ja das spätere Aussehen deines Quilts. Also lass dir ruhig Zeit, probiere verschiedene Kombinationen aus und schlafe eine Nacht darüber. Mir hilft es auch oft, die Stoffe in verschiedenen Kombinationen zu fotografieren. Wenn der Quilt für dich ist, dann überlege wo er liegen soll und stimme die Farben auf den Raum oder Platz ab. Und vergiss die Rückseite nicht, hier kannst du mit den Stoffen und Farben der Vorderseite spielen oder einen einfarbigen Stoff wählen. Wenn du die Rückseite gestaltest, kannst du den Quilt auch wenden. Die alten Quilts haben oft überraschende Rückseiten, manchmal ganz anders als die Vorderseite, was extrem reizvoll sein kann.

Danach geht es an´s  Zuschneiden. Hier musst du sehr genau arbeiten und immer mit der selben Nahtzugabe, sonst stimmt hinterher das Muster nicht (ich weiß, wovon ich spreche). Du schneidest am besten auf einer Schneidematte, die ist glatt und schützt den Tisch. Zum Schneiden benutze ich einen Rollschneider und ein langes Stahllineal. Ich zeichne die Linien mit Schneiderkreide auf, manche machen sich eine Schablone aus Pappe. Wenn alle Stoffteile zugeschnitten sind, lege ich sie mir in der Reihenfolge zurecht, in der sie zusammengenäht werden. Ich nähe die einzelnen Dreiecke zu Streifen zusammen. Die Rückseite bekommt mittig einen Streifen mit allen Mustern. Dann lege ich die Streifen zur Probe aneinander.

Wenn dich das Quilten interessiert, kann ich ein super Buch empfehlen: Quilten für Dummies. Hier werden die einzelnen Schritte anschaulich erklärt und wertvolle Tipps gegeben. Ich habe es erst vor Kurzem gelesen und konnte auch noch einiges dazu lernen.

Fortsetzung folgt…